KINDERZAHNBEHANDLUNG


Bei der Behandlung von Kindern bedarf es einer besonderen Herangehensweise, die sich grundlegend von der Behandlung von Erwachsenen unterscheidet. Die Tatsache, dass Kinder von Natur aus neugierig sind, nutzen wir dazu, Ihr Kind mit speziellen, kindlichen, verhaltensführenden Techniken (z.B. Geschichten und Konfusionstechniken) gezielt durch die Behandlung zu führen, um so den Zahnarztbesuch positiv in Erinnerung zu behalten.

Unser Ziel ist es, dass Ihr Kind den Zahnarztbesuch entspannt und stressfrei erlebt und gerne wiederkommt.

MILCHZÄHNE


Milchzähne haben in der Entwicklung Ihres Kindes eine umfassende Bedeutung. Neben der ästhetischen Komponente und Kaufunktion spielen die Milchzähne eine entscheidende Rolle in der Sprach- und Kieferentwicklung. Ein verfrühter Verlust der Milchzähne kann unter anderem eine Durchbruchsstörung der bleibenden Zähne sowie eine Lautbildungsstörung bedingen. Diesen Fehlentwicklungen kann durch den Erhalt der Milchzähne, mit all seinen Strukturen, bis zur natürlichen Exfoliation vorgebeugt werden. Dies widerspricht der oft fälschlichen Annahme, Milchzähne können entfernt werden, da ohnedies noch die bleibenden Zähne nachkommen.

TIPPS FÜR ELTERN


Der erste Zahnarztbesuch

Der erste Besuch beim Zahnarzt ist eine neue Erfahrung für Ihr Kind und entscheidend für zukünftige Besuche beim Zahnarzt. Um gut darauf vorbereitet zu sein, bedarf es auch Ihrer Mithilfe.

Beim Kennenlernen und auch in jeder späteren Behandlung gehen wir behutsam und schrittweise vor und halten jede Sitzung so kurz wie möglich, um Ihr Kind mit der Situation nicht zu überfordern. Der erste Besuch, das Kennenlernen, soll entspannt ablaufen. Eine Behandlung findet beim ersten Termin nur in Ausnahmesituationen statt. Bitte haben Sie Geduld, auch wenn sich eine Zahnsanierung über mehrere Termine erstreckt. Ihr Kind profitiert davon bei zukünftigen Zahnarztbesuchen.
Wie können Sie uns als Eltern unterstützen?

Die Deutsche und Österreichische Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde empfiehlt den ersten Zahnarztbesuch ca. 6 Monate nach Durchbruch des 1. Milchzahnes, spätestens jedoch mit dem 2. Lebensjahr.

Bei diesem Vorsorgetermin können wir Ihnen Empfehlungen geben, wie Sie die Mundgesundheit Ihres Kindes optimal unterstützen und beantworten Fragen zu Flasche, Schnuller, Fluoridanwendung, Ernährung und Zahnfehlstellung.
Wie können Sie uns als Eltern unterstützen?

Die Deutsche und Österreichische Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde empfiehlt den ersten Zahnarztbesuch ca. 6 Monate nach Durchbruch des 1. Milchzahnes, spätestens jedoch mit dem 2. Lebensjahr.

Bei diesem Vorsorgetermin können wir Ihnen Empfehlungen geben, wie Sie die Mundgesundheit Ihres Kindes optimal unterstützen und beantworten Fragen zu Flasche, Schnuller, Fluoridanwendung, Ernährung und Zahnfehlstellung.
Vor dem Besuch

Vor dem Zahnarztbesuch ist es wichtig, dass Sie dafür sorgen, dass Ihr Kind ausgeruht und frei von Belastungen ist. Behandlungstermine finden hauptsächlich am Vormittag statt. Kinder sind hier aufnahmefähiger und ausgeruht. Am Nachmittag finden meist Kontrolltermine und Beratungen statt. Uns ist bewusst, dass dies eine große organisatorische Herausforderung ist. Ihr Kind profitiert jedoch davon.

Vermeiden Sie Formulierungen wie "Du brauchst keine Angst haben", "Es tut gar nicht weh", "es passiert nichts", "du wirst nichts spüren". Das Unterbewusstsein des Kindes kennt keine Verneinungen und hört nur, es wird weh tun, ich werde etwas spüren, es passiert etwas. Dies erschwert einen angstfreien Besuch beim Zahnarzt.

Bitte versprechen Sie Ihrem Kind nicht, dass es - wenn es gut mitmacht - ein Geschenk bekommt. Das kann bei Ihrem Kind ein Gefühl auslösen, dass es etwas "Schwieriges überwinden muss". Nach jedem erfolgreichen Termin erhält Ihr Kind von uns ein kleines Geschenk. Freuen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind über das Geschenk und das positive Erlebnis.

Vermeiden Sie Ausdrücke wie "Spritze", "Bohrer", "Zähne reißen" etc. Dies schürt nur Angst. Wir verwenden spielerische Ausdrücke für unsere Instrumente. Es gibt bei uns nur Schlürfi, Bagger und Papageienschnäbel. Bitte übernehmen Sie diese Ausdrücke, wenn Sie mit Ihrem Kind über den Zahnarztbesuch sprechen. Sollte Ihr Kind Sie fragen "ob es weh tut", verwenden Sie bitte unsere Ausdrücke und Antworten, dass es etwas kitzeln bzw. drücken wird.


Während der Behandlung

Selbstverständlich ist Ihre Anwesenheit während der Behandlung erwünscht. Bitte überlassen Sie jedoch uns die Kommunikation und Führung Ihres Kindes. Vermeiden Sie es zu streicheln. Auch wenn es Ihnen schwer fällt und die natürlichen elterlichen Reflexe es verlangen, Ihr Kind muss sich während der Behandlung völlig auf uns konzentrieren. Eine Ablenkung durch Eltern kann zu einem Behandlungsabbruch führen.

Bitte vermeiden Sie mitleidvolle Umarmungen nach der Behandlung. Dies löst das Gefühl aus, etwas Negatives überstanden zu haben. Loben Sie Ihr Kind stattdessen und erfreuen Sie sich mit Ihrem Kind über das Ergebnis der Behandlung.

Auch wenn es für Sie im ersten Moment etwas unverständlich erscheint, fördern Sie dadurch unser Bestreben ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und ein solides Fundament dafür zu schaffen, dass ein Zahnarztbesuch nicht mit Angst verbunden sein muss und damit zum positiven Erlebnis wird.

BERATUNG/ERSTGESPRÄCH


In einem ersten Termin lernen wir Ihr Kind kennen. Anhand von Verhaltensaspekten schätzen wir die Behandlungsbereitschaft ein. Durch eine klinische und radiologische Beurteilung der Mundgesundheit ergibt sich ein Behandlungsbedarf anhand dessen wir einen Behandlungsplan erstellen.

DESENSIBILISIERUNG


In der ersten Sitzung nach dem Kennenlernen wird Ihr Kind auf die kommende Behandlung vorbereitet - es lernt Schlürfi & Co. kennen.

PROPHYLAXESITZUNG


Die Basis der Mundgesundheit ist die richtige Prophylaxe. Jedes Kind wird altersgerecht, individuell und entsprechend dem Kariesrisiko von einer geschulten Prophylaxeassistentin betreut. Nach dem Anfärben des Zahnbelages, welcher dadurch für Ihr Kind sichtbar wird, wird gemeinsam mit Ihrem Kind das Zähneputzen und der richtige Umgang mit der Zahnseide geübt. Auf die sauberen Zähne tragen wir als Abschluss einen fluoridhaltigen Schutzlack auf, der dafür sorgt, dass die Zähne gestärkt und remineralisiert werden.

FISSURENVERSIEGELUNG


Auf den Kauflächen der Backenzähne befinden sich tiefe Einziehungen, die für die Borsten der Zahnbürste nicht erreichbar sind. Diese so genannten Fissuren werden nach Reinigung der Oberfläche und Vorbereitung mittels Säure-Ätztechnik mit einem dünnflüssigen Kunststoff aufgefüllt. Je nach individuellem Kariesrisiko sollten Fissurenversiegelungen regelmäßig (2 - 4 mal pro Jahr) kontrolliert werden.

FÜLLUNGEN


Wenn die Struktur des Zahnes durch Karies geringfügig zerstört ist und die Ausdehnung die Zahnwurzel nicht erreicht hat, kann eine Rekonstruktion des Zahnes mittels zahnfarbenen Füllungen erfolgen. Bei Kindern ist seit Sommer 2018 Amalgam als Füllstoff verboten. Wir verwenden zahnfarbene Kompositfüllungen, deren Haltbarkeit neben der Größe und Verarbeitungstechnik auch von der Mundhygiene und dem Kauverhalten der Kinder abhängt.

MILCHZAHNWURZELBEHANDLUNG


Tritt der Fall ein, dass Karies und damit Bakterien den Nervbereich des Zahnes erreicht hat, kann mit speziellen kinderzahnmedizinischen Methoden eine Wurzelamputation durchgeführt werden. Um ein erneutes Eindringen von Bakterien aus dem Mundraum zu vermeiden ist es wichtig, einen dichten Verschluss herzustellen. Dieser wird durch konfektionierte Kinderkronen realisiert.

KINDERKRONEN


Die “Ritterrüstung“ oder “Prinzessinnenkronen“, wie wir sie gegenüber den Kindern nennen, sind vorgefertigte Kinderkronen aus medizinischem Edelstahl, die an den Zahn angepasst werden. Damit kann ein stark zerstörter Milchzahn im Backenbereich (z.B. nach schwerem Kariesbefall oder nach einer Wurzelamputation), erfolgreich versorgt und somit der Zahn erhalten werden, bis dieser ausfällt. Sollten Milchzähne im Frontzahnbereich betroffen sein, so werden sogenannte Frasacokronen angefertigt, um die Struktur der Zähne wiederherzustellen. Für diese Versorgung werden zahnfarbene Materialien verwendet.

PLATZHALTER


Sollte der Milchzahn vorzeitig verloren gehen, muss - insofern der Durchbruch des bleibenden Zahnes noch nicht unmittelbar bevorsteht - die entstandene Lücke mit einem Platzhalter besetzt werden. Bleibt dies aus, besteht die Gefahr, dass die hinteren Zähne in diese Lücken kippen und dadurch der Durchbruch des bleibenden Zahnes aufgrund des Platzmangels behindert wird. Die dadurch entstandenen Fehlstellungen können dann nur noch kieferorthopädisch mittels Zahnspangen aufwändig behandelt werden. Zur Anwendung kommen je nach Anzahl der fehlenden Zähne festsitzende oder herausnehmbare Platzhalter.